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„Ärgerliche Hängepartie“ im Sportpark

erstellt von BZ

Kunstrasenplatz, Tribüne und Umkleiden sind fertig, doch der nächste und letzte Bauabschnitt bei der Modernisierung des Sportparks im Trier lässt weiter auf sich warten. Im halbjährlichen Budgetbericht der Stadtverwaltung heißt es, dass mit dem Umbau des Eingangsbereichs und der Trainingsstätte „GuFi“ in diesem Jahr noch nicht begonnen werde. Die für 2017 eingeplanten 900.000 Euro werden also vorläufig nicht ausgegeben (die BZ berichtete). Zu den Hintergründen äußerten sich Vertreter der Stadt nicht konkret: Man sei „immer noch in der Abstimmung“, so Pressesprecher Markus Lask.

Überrascht von der Verschiebung zeigt sich Dr. Andreas Bohnenkamp, Vorsitzender der SG Borken. Davon habe er in der vergangenen Woche aus der BZ erfahren, sagte er am Freitag. Von der Stadt sei er vorher über den weiteren Aufschub nicht in Kenntnis gesetzt worden. Bohnenkamp verweist auf ein gemeinsames Schreiben, das die SG und der TSC Borken bereits vor den Sommerferien an die Verwaltung gerichtet hätten. Damit habe man nochmals den Willen zur Kooperation betont. Das ist nämlich der Kern des Bauprojekts: dass im „GuFi“ vereinsübergreifend Sport und Gesundheitsförderung betrieben wird. So sollte auch dem Eindruck entgegengewirkt werden, dass allein die SG profitiere und andere Vereine leer ausgingen. „Der geplante Erweiterungsbau bringt uns zudem mehrfache Vorteile, indem er dem Tanzsport Leistungstraining für viele Gruppen ermöglicht und so Hallenzeiten in den umliegenden Hallen zur anderweitigen Nutzung frei werden“, heißt es in dem Brief. Bohnenkamp kündigte weitere Kooperationen an, etwa über die „Ballschule“ der SG, in der grundlegende motorische Fähigkeiten vermittelt werden.

 

Neben der Vergrößerung des „GuFi“ stehen auch die Sanierung des Sportlerheims und neue Räume links vom Eingang auf dem Programm. Insgesamt sollen 1,7 Millionen Euro investiert werden.

„Unsere Bereitschaft ist nach wie vor da“, bekräftigt auch die TSC-Vorsitzende Ingrid Herweg die angestrebte Kooperation. Die Tanzsportler sehen sich seit Jahren nach erweiterten Trainingsmöglichkeiten um. Die überarbeiteten Entwürfe für den Umbau spiegeln dies wider. So sind insbesondere die Formationstänzer auf eine größere zusammenhängende Fläche angewiesen, hinzu kommen besondere Anforderungen an den Boden. Nach der Sanierung der Reithalle Pröbsting steht das Anliegen des TSC nun an Top-Position im städtischen Sportentwicklungsplan.

Christof Schmiechen, Leiter der SG-Breitensportabteilung und in einem Arbeitskreis mit dem Projekt befasst, sprach von einer „ärgerlichen Hängepartie“, die schon weit über ein Jahr andauere. Der Eingangsbereich gebe aktuell kein schönes Bild ab. Der Ball liege nun bei der Stadtverwaltung, demnächst wolle man die Ratsfraktionen über Sichtweise des Vereins informieren.

Ein Faktor für die Verschiebung des Projektes, so ist in Sportkreisen vorgehaltener Hand zu hören, könnten die Querelen um die von der SG gekündigte Jugendsportgemeinschaft mit anderen Fußballabteilungen sein. Von der Kommunikation sei das zwar ungeschickt gewesen, aber längst Schnee von gestern. Unklar ist, ob das im Rathaus auch so gesehen wird.

Noch verwickelter ist die Lage dadurch, dass die Hallenbelegungszeiten im ganzen Stadtgebiet auf den Prüfstand gestellt wurden. Das liegt zwar schon ein halbes Jahr zurück, doch Ergebnisse hat die Stadt bislang nicht vorgelegt. Sollte sich herausstellen, dass Kapazitäten fehlen oder Umbelegungen in großem Stil geplant sind, wären neue Reibereien in Sicht.

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